Test: BeQuiet! Dark Rock 2

BeQuiet ist durchaus dafür bekannt, hochwertige und leistungsfähige Hardware herzustellen. Neben Netzteilen werden auch Kühlungsprodukte wie Lüfter und CPU-Kühler angeboten. Wer es leise haben will und dazu eine sehr gute Kühlleistung, der greift, um auf der sicheren Seite zu sein, zum Hersteller der Listan GMBH, der durchweg marktführende Produkte herstellt, die allerdings auch ihren Preis haben.

Deswegen haben wir für Euch die Neuauflage des Dark Rock-CPU-Kühlers genauer unter die Lupe genommen, den Dark Rock 2, ebenfalls, um euch detailliertere Eindrücke zu verschaffen und zu klären, ob es sich lohnt, diesen Anschaffungspreis zu zahlen und damit im Endeffekt auch zufrieden sein zu können.

Wir danken Aquatuning Germany für das Bereitstellen des Testsamples!

Technische Eckdaten

  • Abmessungen: 97 x 138 x 166 mm
  • Gewicht: 860 g
  • TDP: Bis zu 180W
  • Sockelkompatiblität: Intel LGA 775 / LGA 1155 / LGA 1156 / LGA 1366 / LGA 2011, AMD FM1, AM2 (+) / AM3 (+) / 754/ 939 / 940
  • Montagetechnik: Backplate
  • Lüfter: 1x Silent Wings PWM 135 mm
  • Lautstärke (5V/7V/12V): 8,7/13,9/21,2 db(A)
  • Kühllamellenanzahl: 44
  • Material: Aluminium, vernickelt
  • Anzahl Heatpipes, Durchmesser: 6, 6 mm
  • Lieferumfang: Wärmeleitpaste (1g), Backplate-Montageset, Benutzerhandbuch (DE, EN, FR, ES, PL)
  • Garantie: 3 Jahre

Lieferumfang und Ausstattung

Der relativ große und dominant schwarz gestaltete Karton, in dem der Kühler gut geschützt unsere Redaktion erreichte, unterscheidet sich bis auf ein paar Hinweise designtechnisch nicht großartig zu dem des Vorgängers.

Auf der Vorderseite sind kurze Hinweise aufgedruckt, zum Beispiel auch, dass der neue Intel LGA2011-CPU-Sockel unterstützt wird und CPUs mit bis zu 180W TDP(=Abwärme) bei möglichst hoher Platzeinsparung ausreichend gekühlt werden können. Mehr als genug, selbst für relativ stark übertaktete CPUs.

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Ein Augenmerk ist ebenfalls der neue SilentWings2-Lüfter, der auf der Vorderseite mit dem Kühler abgebildet ist und mit 135mm eine etwas ungewöhnliche Größe aufweist.Dieser verfügt über eine PWM-gesteuerte Umdrehungszahl von 800-1300 rpm und bläst die Luft im optimal eingebauten Zustand von vorn ins Heck durch den Kühlkörper hindurch, der über 6 Heatpipes verfügt und dessen Kühllamellen ebenfalls aus voll vernickeltem, dunklem Aluminium gefertigt sind.

Weiter ins Detail gehen dabei die beiden Seitenteile, auf denen zum Beispiel Award-Auszeichnungen von insgesamt 10 verschiedenen Websites wie PcGamesHardware, Hardware-Info und Computerbase aufgelistet sind.

Ebenfalls werden weitere Informationen zum Einsatzbereich, dessen Fokus hauptsächlich auf starkes bzw. extremes Overclocken gerichtet ist, auf verschiedenen Sprachen aufgedruckt. Die Rückseite hat weitere Details zu den Spezifikationen, aufgelistet in Tabellen, zu bieten und ein strukturiertes Erscheinungsbild macht sich so zu Sehen.

Zieht man die kleine Kartonlasche nun zum Öffnen der Verpackung heraus und schiebt die Tür nach oben , so erscheint unterhalb des Zubehörkartons der in Kunststoff verpackte und somit vor Umwelteinflüssen gut geschützte Kühler.

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Der Lieferumfang, der sich in der kleinen Kartonbox versteckt, besteht aus insgesamt 3 Tüten. In der ersten befindet sich die schwarze, massive Backplate aus Metall, der 4 Montageschräubchen sowie eine kleine Tube Wärmeleitpaste (1g) beiliegen, der Inhalt der zweiten Tüte besteht aus einem Intel-Montageset für den neuen Sockel LGA 2011 mit allen benötigten Werkzeugen und Schrauben, im dritten Beutel befindet sich dagegen die AMD-Befestigung, welche, wie das Intel-Befestigungssystem, durch silberne Klammern realisiert wird.

Unterstützt werden die Sockel Intel LGA 775, LGA 1155, LGA 1156, LGA 1366, LGA 2011 und AMD FM1, AM2(+), AM3(+), 754, 939 und 940. Zudem liegt eine ausführliche Anleitung mit reichlich Text- und Bildmaterial bei, die alles detailliert erklärt und relativ einfach zu verstehen ist. Den Einbau auf einem Mainboard werden wir in einem Video genauer zeigen.

Kühler im Detail

Befreit man dann den Dark Rock 2 aus seiner Verpackung, so erscheint ein in schickem schwarz gestalteter Single-Tower-Kühlkörper, dessen Lüfter bereits vormontiert ist und der in der Höhe aufgrund von Arbeitsspeicherkompatiblitäten adjustiert werden kann.

Auffallend ist, dass die Kühllamellen auf der Lüfterseite gewellt sind, auf dem so genannten „Wave“-Design basieren, dies soll den Lufteinlass leiser gestalten und einen besseren Luftfluss durch den Kühler selbst gewährleisten.

Auf der Oberseite befindet sich eine schwarze Aluminiumplatine in gebürstetem Design, auf der mittig ein BeQuiet-Logo angebracht ist. Ebenfalls findet man hier 12 Heatpipebefestigungen vor, die ungefähr 2-3 weitere Millimeter herausragen und den Abschluss der sechs 6mm-Heatpipes für die direkte Wärmeabfuhr an die Kühllamellen darstellen.

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Diese Platine soll neben der tollen Optik auch zum Schutz der einzelnen Kühllamellen beitragen. Der Lüfter wird mit zwei Klammern befestigt, die eine schnelle und relativ einfache Demontage auch im eingebauten Zustand ermöglichen sollen, diese Aufgabe aber leider auf den ersten Blick nicht wirklich erfüllen.

Abgesehen vom hohen Anpressdruck, mit dem der Lüfter auf dem Kühler aufgespannt ist und so für Resonanz gesorgt wird, da trotz des gummierten Rahmens keine wirklich gute Entkoppelung am Rand des Lüfters vorhanden ist, ist die De-Sowie Montage anfangs ziemlich schwergängig, mit der richtigen Technik jedoch stellt dies auch kein Problem mehr dar. Hier sollte im Falle eines Nachfolgers auf jeden Fall weiterhin optimiert werden.

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Zumindest im ausgebauten Zustand ist so ein relativ schnelles Lüfterwechseln möglich. Nach 120 mm-Lüftern als Alternative sucht man mit der originalen Befestigungsmethode allerdings weitgehend vergebens, da der 135 mm-Lüfter von BeQuiet über keinen Doppelrahmen verfügt, sondern dessen Bohrlöcher am Rahmen mittig angebracht sind.

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So ist der Abstand bei Anbringung der Klammern eines Alternativlüfters zu hoch bzw. zu niedrig, da alle Standartlüfter normalerweise über Dopperahmen verfügen. Um dies besser erklären zu können, werden wir im Video genau zeigen, was gemeint ist. Die Verarbeitung des Kühlers an sich kann durch die sehr solide und saubere Verarbeitung, bei der wir keine Fehler jeglicher Art feststellen konnten, überzeugen. -Aber bei dem hohen Anschaffungspreis auch zu erwarten.

Messungen und Montage

Der Lüfter aus der SilentWings 2-Serie an sich ist, wie gewohnt, sehr sauber verarbeitet. Eine solide Bauweise sowie eine schöne und schlichte Optik zeichnen diesen neben der sehr guten Lautstärkeleistung bei dem hohem Luftstrom von 96,8 m³/h aus.

Der 135 mm große Rotor, der für Frischluft im Kühler sorgt, sitzt mit etwas Spiel in seinem Lager und beim Anschubsen per Hand wurden von uns keinerlei Schleifgeräusche festgestellt, hier scheint eine sehr Thumbnail imageThumbnail image

Und auch das 20cm lange, gesleevte Kabel überzeugt durch die hochwertige Materialverarbeitung, jedoch wäre eine optionale Kabelverlängerung hier garantiert nicht fehl am Platz und im Verhältnis zum Anschaffungspreis auch gerechtfertigt.

Die Schrumpfschläuche am Ende der schwarzen Kunststoffummantelung sitzen sehr fest, so wird ein Verrutschen des Sleeves quasi unmöglich. Leider jedoch sind die Kabel am Rahmen nicht ganz in der Führung zum Motor drin, dies ist aber unter Beachtung, dass diese Seite sowieso zum Kühler hin zeigt, gut zu verschmerzen.

Der Kühler bietet an, lediglich einen Lüfter auf sich zu spannen. Wem das zu wenig ist, der greift zum größeren Bruder im Doppeltower-Design, BeQuiets Flagschiff Dark Rock Pro 2.

Zum objektiven Praxistest haben wir zuerst den Lüfter im frei stehenden Betrieb unter 7V und 12V (unter 5V aufgrund PWM-Steuerung sehr langsam und nicht hörbar) unserem Lautstärketest unterzogen, der aus einer Audioaufnahme und einer db-Messung besteht.

Da die Lautstärke im montierten Zustand am Kühler durch den erhöhten Widerstand der Luft automatisch erhöht wird, haben wir das genau gleiche Schema unter Anbringung des Lüfters am Kühlkörper angewandt.

Testsystem:

  • Asus P5KC
  • Intel Core 2 Quad Q8400
  • XFX HD6850 (Black Edition)

Um die Kühlleistung an sich zu messen, haben wir über unser Testsystem 25 Minuten lang Prime95 laufen lassen. Dies erfolgte einmal unter Zuführung von aktiver und einmal unter passiver Belüftung (CPU-Lüfter an und aus).

Um ein relativ durchschnittliches Luftkühlungssystem darzustellen, haben wir in unserem Gehäuse im Heck einen 120mm-Lüfter mit einem Airflow von ~95m³/h (12V) und einen 140mm-Lüfter im Top mit einer Maximalleistung von ~146 m³/h (7V) montiert. Die Raumtemperatur betrug bei allen Tests exakt 22°C.

Dabei haben sich folgende CPU-Temperaturen ergeben:

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Nach beiden Durchläufen wurde das System jeweils weiterhin so lange im Idle-Betrieb laufen gelassen, bis keine weiteren Temperatursenkungen stattfanden.

Was zum Vorschein kommt, ist, dass der Kühler hervorragende Ergebnisse vorlegen kann was die Kühlleistung unter Anwendung von aktiver Belüftung betrifft.

Die CPU wärmt sich hier im Gegensatz zum Idle-Betrieb nach 25 Minuten Dauerstress um lediglich 9,5°C auf, so kann man mit einem Mittelwert von 45° von einer echten High-End-Leistung sprechen. Zwar ist unsere Sockel 775 Test-CPU nicht mehr die aktuellste, dennoch kommt hier die tolle Leistung gut zum Vorschein, mit der nicht viele Kühler dieser Größe mithalten können.

Im passiven Belüftungsbetrieb scheint der Dark Rock unter Volllast dagegen etwas Schwierigkeiten zu haben, die CPU auf Top-Niveau kühl zu halten. Mit der doch ziemlich geringen Idle-Temperatur von durchschnittlich 37,5°C ergibt sich nach unseren Messungen im Stresstest eine Durchschnittstemperatur von 64,5°C, was eine Differenz von ganzen 27°C darstellt. Was also den passiven Betrieb des Kühlers anbelangt, kann so manch ein Modell aus dem billigeren Preissegment noch gut mithalten.

Fazit

Das hauptsächliche Augenmerk von BeQuiets Neuauflage des Kühlers war es, den neuen Intel-Sockel LGA 2011 zu unterstützen. Eine tolle Eigenschaft, die für so manch einen Kunden zum Kauf überzeugt/verleitet, um auch sein neuestes Stück Technik kühl zu halten.

Aber auch der 135 mm-Lüfter mit seinen 120mm Bohrlöchern überzeugt durch seine tolle Silentleistung bei hohem Luftstrom sowohl im montierten als auch im frei stehenden Betrieb. Wo im aktiven Belüftungsbetrieb eine tolle Kühlleistung zustande kommt, schwächelt der Dark Rock 2 dagegen etwas im passiven Modus.

Einen Kritikpunkt müssen wir leider an der Lüfterkompatiblität aussprechen. Die mittig angebrachten Schraublöcher machen es für genormte Lüftermodelle unmöglich, mit den Originalklammern befestigt zu werden.

Zumindest bei neu erscheinenden Modellen sollte BeQuiet hier besonders Acht darauf legen, entweder die Lüfter in der Norm herzustellen oder mindestens noch Klammern mit anderen Abständen für eine volle Kompatiblität mitliefern.

Verstehen konnten wir dies nicht wirklich, doch wer darüber hinwegsehen kann, den von Werk aus schon sehr guten Lüfter nicht durch einen anderen auszutauschen, dem sprechen wir eine absolute Kaufempfehlung unsererseits zu. BeQuiet! Hat tolle Arbeit an fast allen Ecken und Enden geleistet, dies belohnen wir gerne mit unserem Whitex-Gold-Award!

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